Kugelstoßen

Das Kugelstoßen zählt zu den vier olympischen Wurf- und Stoßdisziplinen der Leichtathletik. Ziel ist es, eine Metallkugel so weit wie möglich zu werfen. Dazu wird eine sie mit ganzer Kraft vom Körper weggestoßen.

Geburtsstunde des Kugelstoßens

Das Stossen und Werfen schwerer Gewichte war bereits in der Antike eine beliebte Möglichkeit, um Kräfte zu messen. Allerdings benutzte man damals noch schwere Steine oder Hölzer.

Erst später kamen Kugeln in Mode. So war es beispielsweise im 17. Jahrhundert sehr beliebt, Kanonenkugel-Weitwürfe zu veranstalten. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich aus dieser Wettkampfform eine reglementierte Sportart mit festen Maßen und Regeln.

1860 wurden die bis heute gültigen Maße festgelegt. Allerdings hatte man damals noch ein Quadrat als Grundfläche. Erst ab 1906 wurde aus dem Quadrat ein Rechteck. Da war das Kugelstoßen der Männer bereits seit acht Jahren olympische Disziplin. Für Frauen war Kugelstoßen erst 1948 olympisch.

Das Stoßinstrument und das Stoßfeld

Eine Kugel darf keine Außenhülle besitzen, die leichter als Messing ist und sie muss vollkommen rund sein. Seit 1860 haben Kugeln folgende Maße:

Für Männer muss die Kugel mindestens 7,27 Kilogramm wiegen und einen Durchmesser von 110 bis 130 Millimetern besitzen.

Für Frauen muss sie mindestens 4 Kilogramm schwer sein, bei einem Durchmesser von 95 bis 110 Millimetern. Viel Platz hat der Kugelstoßer nicht zum Werfen, denn er darf sich dabei lediglich in einem Kreis mit einem Durchmesser von 2,13 Metern bewegen.

Die krumme Zahl kommt daher, dass 2,13 Meter genau sieben englische Fuß sind – und die Standardmaße wurden in England festgelegt. Verlässt der Kugelstoßer den Kreis beim Wurf, ist der Versuch ungültig.

Damit er nicht so leicht übertritt, liegt in Stoßrichtung ein Abstoßbalken. Außerdem muss die Kugel innerhalb eines gekennzeichneten Kreissektors aufschlagen, sonst wird der Wurf nicht gewertet.

Die Stoßtechnik

Warum spricht man eigentlich vom Kugelstoßen, nicht vom Kugelwerfen? Ganz einfach, mit der Stoßtechnik kann man eine Kugel mit vergleichbarem Gewicht viel weiter bewegen. Vermutlich hat sich diese Technik deshalb im Leistungssport durchgesetzt. Je nach Statur des Athleten, kann er entweder die Angleittechnik oder die Drehstoßtechnik anwenden.

Bei der Angleittechnik legt der Kugelstoßer die Kugel in der Angleitphase in die so genannte Schlüsselbeingrube am Hals. In der anschließenden Hauptbeschleunigungsphase dreht er sich um 180 ° und stößt dabei die Kugel durch Strecken des Armes vom Körper weg. Damit er nicht übertritt, muss er in der Bremsphase sein Stoßbein an den Abstoßbalken setzen, um dann zu guter Letzt in der Abwurfphase die Kugel loszulassen.

Bei der Drehstoßtechnik startet der Athlet im Stehen und zieht zur Unterstützung in der Hauptbeschleunigungsphase das Bein an, um Schwung zu holen.

Dreimal darf ein Kugelstoßer bei einem Wettkampf werfen. Die besten acht qualifizieren sich für eine weitere Runde mit erneuten drei Versuchen, von denen dann der weiteste gewinnt.

Rekorde im Kugelstoßen

Die größte Weite stieß 1990 der Amerikaner Randy Barnes mit 23,12 Metern. Seine Kollegin, die Russin Natalja Lissowskaja stieß 1987 eine Weite von 22 Metern und 63 Zentimetern.