Hammerwurf (Leichtathletik)

Hammerwerfen ist eine der vier olympischen Wurf- und Stoßdisziplinen der Leichtathletik. Ziel ist es, so genannten Wurfhammer möglichst weit zu schleudern. Während das Diskus- und Speerwerfen ihre Anfänge schon im Altertum bei den Griechen haben, ist der Hammerwurf eine relativ junge Sportart.

 

 

Geburtsstunde des Hammerwurfs

Wer heute einem Hammerwerfer zusieht, der fragt such vermutlich, was das Sportgerät mit dem Werkzeug zu tun hat. Das Hammerwerfen hat seinen Ursprung in Irland und Schottland. Hier wurden vor allem auf Volksfesten Wettkämpfe im Hammerweitwurf ausgetragen.

Damals warf man nämlich tatsächlich mit einem mehrere Kilogramm schweren Schmiedehammer. Ob man damals mit beiden Händen oder einarmig, mit oder ohne Anlauf warf, war nicht festgelegt. Erst im 19. Jahrhundert wurde der kurze, relativ dicke Hammerstiel durch einen längeren und dünneren Holzstiel ersetzt. Statt des Metallkopfes beim Hammer wurde nun eine Metallkugel am Stielende angebracht.

1912 wurde der Holzstiel dann von amerikanischen Athleten durch eine Metallkette ersetzt. In Deutschland ist das Hammerwerfen erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts bekannt und beliebt. Vielleicht auch, weil diese Sportart seit 1900 zu den olympischen Disziplinen bei den Männern gehört. Für Frauen ist die Hammerwurfdisziplin aber erst seit 2000 bei der olympisch.

Das Wurfinstrument und das Wurffeld

Der Wurfhammer besteht aus einer Kugel (der Hammerkopf), die an einer Kette bzw. einem Stahlseil hängt. Am Ende der Kette befindet sich ein dreiecksförmiger Handgriff.

Der Wurfhammer muss folgende Maße besitzen: Der Draht bzw. die Kette hat eine Länge zwischen 1,175 und 1,215 Metern, der Hammerkopf wiegt 7,26 kg (das sind genau 16 englische Pfund). Für Frauen ist eine Drahtlänge von 1,16 – 1,195 Metern und ein Gewicht des Hammerkopfes von 4 Kilogramm festgelegt. Zum Schutz der Zuschauer steht der Hammerwerfer in einer Art Schutzkäfig, der bis zu 10 Meter hoch und 2,135 Meter breit ist.

Dieser hat nur zwei Öffnungen: Eine nach oben und die kleine Öffnung in Richtung des Wurffeldes. Bei einem Wettkampf haben die besten acht Hammerwerfer je sechs Wurfversuche. Der Hammer muss in einem markierten, spitzwinkeligen Sektor vor dem Schutzkäfig landen, sonst ist der Wurf ungültig. Nach dem Wurf muss erst das Aufschlagen des Hammers abgewartet werden, dann darf der Wurfbereich nach hinten verlassen werden.

Wer am weitesten wirft, gewinnt. Wenn zwei Athleten die gleiche Weite werfen, entscheidet der nächste Versuch.

Die Wurftechnik

Die Wurftechnik ist allerdings der Hammerwurftechnik in Schottland und Irland immer noch sehr ähnlich: Der Athlet dreht sich mehrere Male um seine eigene Achse. Dabei hält er den Griff des Hammers mit beiden Händen fest. Dann lässt er den Griff und damit den Hammerkopf im richtigen Moment los, was nicht so leicht ist.

Im Gegensatz zu seinen Leichathletik Kollegen darf der Hammerwerfer dabei mit Handschuhen oder badagierten Fingern werfen, damit er sich beim Abwurf keine Verletzungen zuzieht. Der Hammer beschreibt im Flug eine so genannte schiefe Wurfkurve. Er steigt in hohem Bogen langsam nach oben und stürzt dann relativ abrupt und gerade zur Erde. Daher muss vor allem der erste lange Wurf so weit wie möglich sein.